Wasserkraftanlagen in der Aa

NAWI-Kurs besichtigt Wasserkraftanlagen in der Bocholter Aa.


Der NAWI-Kurs von Herrn Niehues, Jgst. 8, besichtigte Ende April im Rahmen der „Tage der Erneuerbaren Energien“ die beiden Wasserkraftanlagen in der Bocholter Aa, die von den Stadtwerken Rhede betrieben werden. Erneuerbare Energien sind ein wichtiger Teilaspekt des gegenwärtigen Unterrichtsthemas Nachhaltigkeit, insofern war die Besichtigung eine gute Möglichkeit, den Unterricht zu bereichern.

Bei ansprechenden äußeren Bedingungen steuerten wir per Fahrrad (also so nachhaltig wie möglich) zunächst die Wasserkraftanlage am Zulauf des Bocholter Aasees an. Dort wurden wir schon von Herrn Nienhaus, dem Leiter des technischen Bereichs, und einem Mitarbeiter der Stadtwerke Rhede erwartet. Wir hatten dabei nicht nur die Möglichkeit, die Anlage mit der Fischtreppe von außen zu besichtigen, sondern wurden auch in einem ausführlichen Vortrag über die im Gebäude verborgene Technik informiert. So erfuhren wir, dass die maximale elektrische Leistung der Anlage 55 kW beträgt, die somit etwas höher ist als die Leistung der Anlage in Krechting (max. 50 kW). Am Besichtigungstag war der Wasserstand in der Aa allerdings recht niedrig und die Leistung lag bei ca. 8 kW.

Anders als Windräder, die bei Flaute stille stehen oder Photovoltaikanlagen, die nur bei Sonnenschein Strom produzieren können, sind Wasserkraftanlagen rund um die Uhr im Einsatz und können zur sogenannten Grundlastversorgung beitragen. So produzieren die beiden Wasserkraftanlagen in der Aa jeweils ca. 250.000 kWh Strom im Jahr, womit der Jahresbedarf von ca. 80 Haushalten gedeckt werden kann. Im Vergleich zur herkömmlichen Stromerzeugung in Kohlekraftwerken können ca. 200 t CO2 pro Anlage eingespart werden.

Zur Anlage in Krechting, unserem zweiten Anlaufpunkt, war eine zweite, ca. 20-minütige Fahrradetappe erforderlich. Sofort fiel uns die mit Natursteinen viel schöner angelegte Fischaufstiegsanlage ins Auge. Aber Schönheit hat halt seinen Preis, daher wurde bei der Anlage am Aasee auf den kostengünstigeren Beton gesetzt. Beide Anlagen erfüllen jedoch, wie uns Herr Nienhaus mit Zahlen eindrucksvoll bestätigen konnte, ihren Zweck und machen die zuvor für Fische nicht passierbaren Wehre wieder durchgängig. In Krechting konnten bei Kontrollzählungen in den Jahren 2007 und 2008 über 15.000 die Fischtreppe hinaufwandernde Fische gezählt werden.

Ein weiterer, sicht- und auch hörbarer Unterschied zwischen den beiden Anlagen betrifft die Form der Schraubenwelle, durch die das Wasser hinunterströmt. Hier hat, wie uns Herr Nienhaus berichtete, der Geschäftsführer der Stadtwerke, Herr Dr. Heinze, höchstpersönlich mitgeplant: Die ältere Anlage in Krechting hat eine Schraubenwelle, die stumpf endet, weswegen das Wasser nach dem Durchlauf durch die Schraubenwelle mit ziemlich lautem Getöse hinunterrauscht. Am Aasee dagegen läuft die Spitze der Welle konisch aus, wodurch eine deutlich vernehmbare Geräuschminderung erzielt werden konnte. Wobei es natürlich deutlich schlimmere Lärmquellen gibt als rauschendes Wasser.

Um viele Eindrücke reicher ging es schließlich von Krechting wieder zurück zur Schule. Dies war die längste Etappe auf unserer Radrundreise, und der eine oder andere konnte merken, dass die Nutzung der körpereigenen Energie zwar sehr umweltfreundlich, aber doch durchaus auch ganz schön anstrengend sein kann (besonders wenn man nicht sonderlich trainiert ist). Aber alle schafften den Rückweg, und wir kehrten nur etwas verspätet zur 5. Stunde wieder zum Euro zurück.

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