Landeswettbewerb Vorlesen

BBV vom 16.5.2019: Rheder ist einer der 16 besten Vorleser in Nordrhein-Westfalen. Paul nimmt am Dienstag am Landesfinale teil.


Rhede - Als einer von 16 der besten Vorleser in Nordrhein-Westfalen fährt Paul Steverding am Dienstag zum Landeswettbewerb. Der findet in diesem Jahr in der Staatskanzlei statt. CDU-Mininsterpräsident Armin Laschet wird den Wettbewerb eröffnen und später auch die Siegerehrung vornehmen. Denn der Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels wird in diesem Jahr 60 Jahre alt.

Dafür hat sich Paul S., der mit 11 Jahren einer der jüngeren Wettbewerbsteilnehmer sein wird, Schritt für Schritt vorgearbeitet. Der Vorlesewettbewerb startete nämlich in den Schulklassen. In der 6b des Euregio-Gymnasiums mussten zunächst einmal alle Schüler einen selbst gewählten Text vorlesen. Paul entschied sich für „Gregs Tagebuch“, Band 11. Außerdem wird beim Wettbewerb auch immer ein unbekannter Text gelesen, ohne dass sich die Teilnehmer darauf vorbereiten können.

Lustige Texte liegen Paul, erzählt er. „Ich konzentriere mich auf den Witz in der Geschichte“, sagt er. Seine Mitschüler und Deutschlehrerin Sarah Ruhner überzeugte er. Sie schickten ihn weiter in den Schulentscheid. Die Regeln des Lesewettbewerbs besagen, dass Teilnehmer einen Text nicht zum zweiten Mal vortragen dürfen. Also wählte Paul dieses Mal einen Text aus „Gregs Tagebuch“, Band 10. Auch hier setzte er sich gegen die Konkurrenz durch.

Weiter ging es zum Kreisentscheid im Kreishaus Borken. Hier las Paul aus dem ersten Band von „Luzifer Junior – Zu gut für die Hölle“, auch ein sehr aktuelles Jugendbuch. „Alle Kinder hatten topaktuelle Titel. Paul ist auf ‚Luzifer‘ mehrmals angesprochen worden“, erzählt Mutter Caroline S.

Lustige und spannende Buchreihen mag Paul, der auch Handball spielt und beim DLRG schwimmt, am liebsten. Die Jugendbuch-Klassiker liegen ihm nicht so. Seinen Lesenachschub gibt es in der Bücherei und natürlich zu allen Gelegenheiten, zu denen man sich Bücher schenken lassen kann. Praktisch: Bei den Lesewettbewerben gab es als Gewinn Büchergutscheine.

Auch der Bezirksentscheid fand im Kreishaus in Borken statt. Dort las Paul aus „Scary Harry – Von allen guten Geistern verlassen“. Einen weiteren Bezirksentscheid gab es dann in Münster. Doch hier wäre der Wettbewerb für Paul beinahe zu Ende gewesen. Wegen eines Lutschers. Paul hatte sich für eine Textstelle aus „Gangsta Oma“ entschieden und sie am Vorabend des Wettbewerbs seiner Mutter Caroline S. noch einmal vorgelesen. Ein nicht ganz einfaches Jugendbuch, denn darin geht es um Krebs. „Gangsta Oma“ lag an der geplanten Vorlesestelle aufgeschlagen auf dem Wohnzimmertisch, als Pauls dreijährige Schwester Mia ihren Lutscher in das Buch legte.

Das Problem: Beim Vorlesewettbewerb müssen Original-Bücher verwendet werden. Kopien oder E-Books sind nicht zugelassen. Doch über Nacht war ein neues Exemplar von „Gangsta Oma“ nicht aufzutreiben. Es blieb nur eine Möglichkeit: Mutter Caroline S. löste vorsichtig den bereits gut angetrockneten Lutscher von den Seiten und rekonstruierte mit Bleistift die Buchstaben, die am Zucker hängen geblieben waren. Aber Paul kam damit gut zurecht, und gewann auch den zweiten Bezirksentscheid, der ihn schließlich in den Landeswettbewerb brachte.

Paul ist zuversichtlich und gar nicht nervös, sagt er. Das kann seine Mutter kaum verstehen, denn wie bisher auch, müssen sich die Wettbewerbsteilnehmer selber vorstellen und etwas zu dem Buch sagen, aus dem sie lesen werden. In der Staatskanzlei wird er aus „Collins geheimer Channel – Wie ich endlich cool wurde“ lesen. Die Konkurrenz wird natürlich stark sein. Ob es da zum Sieg reicht? Dann ginge es zum Bundeswettbewerb nach Berlin. Mal gucken! „Papa sagt: Die Korken lassen wir trotzdem knallen“, sagt Paul.

Quelle: BBV, 16.5.2019 Eva Dahlmann
Foto: Christoph Steverding

 

Aktuelle Seite: Start Nachrichten Landeswettbewerb Vorlesen